Willkommen bei der 31. Ausgabe des Blog-Teleskops, des zweiwöchentlichen Blicks in die deutschsprachigen Astronomieblogs. Heute ist es auf den Tag genau 40,016 Jahre her, dass erstmals ein Mensch auf einem anderen Himmelskörper gelandet ist. Womit klar wäre, welches Thema die Wissenschafts-Blogs (und nicht nur die) in den vergangenen 14 Tagen dominiert hat: Neil Armstrongs kleiner aber feiner Schritt auf dem Mond.
Blog-Teleskop #31
26. Juli 2009Die Krise der bemannten Raumfahrt: Vier Thesen
23. Juli 2009
Astronauten können vieles. Ihr wichtigste Fähigkeit liegt aber darin, Menschen zu faszinieren und zu inspirieren. (Foto: Nasa)
Das Jubiläum der Mondlandung hat, wie zu hoffen war, die Diskussion über Sinn und Zweck der bemannten Raumfahrt neu befeuert – zum Beispiel bei den ScienceBlogs, bei der SonnTaz oder bei den Kosmologs, um nur einige zu nennen.
Und schon allein, dass nach langen Jahren des Schweigens wieder diskutiert wird, ist ein gutes Zeichen. Dennoch ist und bleibt die bemannten Raumfahrt in der Krise. Vier Thesen dazu.
Buzz Aldrin: “Wir sollten nicht davon besessen sein, zum Mond zurückzukehren”
20. Juli 2009
Buzz Aldrin, promovierter Raumfahrtingenieur und pensionierter Luftwaffen-Oberst, betrat am 21. Juli 1969 um 4.11 Uhr deutscher Zeit als zweiter Mensch den Mond. (Foto: StarBuzz LLC)
Mr. Aldrin, wie groß war die Enttäuschung, als sie vor 40 Jahren erfuhren, dass Neil Armstrong vor Ihnen den Mond betreten darf?
Kurz bevor die Entscheidung fiel, sagte ich zu meiner damaligen Frau: Vielleicht wäre es besser, wenn ich bei der ersten Landung überhaupt nicht dabei wäre. Dann müsste ich mich nicht mit Posieren und Repräsentieren abgeben, sondern könnte auf dem Mond interessante Dinge anstellen. Klingt das nach jemandem, der auch noch die zusätzliche Aufmerksamkeit des ersten Ausstiegs auf sich ziehen will?
Mond-Splitter (V): Fliegende Fäkalien
18. Juli 2009
Der Fäkalienbeutel (mitsamt Toilettenpapier und Bakterizid), der während der Apollo-Flüge zum Einsatz kam. (Foto: Nasa)
Jetzt wird’s unappetitlich, aber da müssen wir durch. Schließlich ging es den Apollo-Astronauten genauso. Die mussten jenen Weg, den selbst der Kaiser zu Fuß zurücklegt, zwar nicht per Pedes in Angriff nehmen – die Schwerelosigkeit eröffnet da völlig neue Wege. Daran, dass sie müssen mussten, hat das allerdings auch nichts geändert. Genauso wenig wie die auf geringe Darmaktivitäten ausgelegte Nahrung oder die Medikamente, die den Verdauungstrakt ruhigstellen sollten.
The Eagle has been found
17. Juli 2009
Die Landestelle von "Apollo 11" im Mare Tranquillitatis (stark vergrößerter Ausschnitt) (Foto: Nasa/GSFC/Arizona State University)
Es sind nur 31 Pixel (den Schatten mal nicht mitgerechnet), doch das reicht, um im Kopf ein ganz klares Bild entstehen zu lassen: Die Nasa hat erstmals Aufnahmen der Gerätschaften veröffentlicht, die die Apollo-Astronauten auf dem Mond zurückgelassen haben – und wer sich nicht aktiv dagegen wehrt, erkennt in ihnen sofort die vertrauten Formen der Mondlandefähre Eagle, genauer gesagt deren Unterbau.
Mond-Splitter (IV): Von Präsidenten und Plaketten
16. Juli 2009Wenn eines Tages ein Vertreter jener seltsamen Spezies der Graphologen auf dem Mond landen und zur Landestelle von Apollo 11 pilgern würde, er könnte bestimmt sofort sagen, wer damals als Erster den Mond betreten durfte und wer einsam und verlassen um den Erdtrabanten kreisen musste. Denn seinem vermeintlich geschulten Auge würde eine unscheinbare Plakette sicher nicht entgehen – versehen mit vier Unterschriften.
Mond-Splitter (III): Kulinarischer Kosmos
15. Juli 2009Was machen zwei abenteuerlustige junge Männer, nachdem sie als erste Menschen auf einem fernen Himmelskörper gelandet sind? Sie schlagen sich den Bauch voll und legen sich dann aufs Ohr. Zumindest sah das der Flugplan für Apollo 11 vor: Gut zwei Stunden nach der Landung, nachdem alle Systeme gesichert und die Fähre überprüft worden war, stand Essen auf dem Plan, dann vier Stunden Ruhe und noch einmal ein Stündchen Essen. So genau nahmen es Armstrong und Aldrin dann aber doch nicht.
Mond-Splitter (II): Segelnde Schweizer
14. Juli 2009Wer hat’s erfunden? Genau: Das erste wissenschaftliche Experiment, das auf dem Mond von Menschenhand aufgestellt wurde, kam natürlich aus der Schweiz.
Nicht einmal 20 Minuten, nachdem Buzz Aldrin seinen linken Fuß auf den Mond gesetzt hatte, begann er damit, ein in Bern entwickeltes Sonnensegel zu entrollen. Die dünne Aluminiumfolie sollte den Sonnenwind einfangen – und führte beinahe zu diplomatischen Verwicklungen.
Mond-Splitter (I): Apollos Apotheke
13. Juli 2009
Würden diese Menschen leichtfertig zu Medikamenten greifen? Eben: Neil Armstrong, Michael Collins und Buzz Aldrin (v.l., Foto: Nasa)
Drogen scheinen nicht ihr Ding gewesen zu sein – zumindest nicht während des Flugs zum Mond: Die Crew von Apollo 11 ließ die umfangreiche Bordapotheke, die ihnen die Nasa vorsorglich mit eingepackt hatte, so gut wie unberührt. Am Ende der Mission fehlten lediglich zwei Lomotil-Tabletten (ein beliebtes Mittel gegen Durchfall), sechs Kapseln gegen die Folgen der Weltraumkrankheit (mit den Wirkstoffen Scopolamin und Amphetamin) sowie eine unbekannte Anzahl an Aspirin-Tabletten – eine Tatsache, die Bayer noch heute für ihr Marketing einsetzt. Nicht einmal die zu jener Zeit unter Astronauten sehr beliebten Seconal-Tabletten, ein starkes Schlafmittel, rührten Armstrong, Aldrin und Collins an.
Teile und fliege
10. Juli 2009
Objekt der Begierde: Europa und Amerika wollen zum Mars - künftig auch gemeinsam. (Foto NASA, J. Bell/Cornell U., M. Wolff/SSI)
Die Esa will zum Mars – und hat kein Geld für ihren ExoMars-Rover. Die Nasa will zum Mars – und hat kein Geld für ihr Mars Science Laboratory (MSL). Was liegt da näher, als sich zusammenzutun – auch auf die Gefahr hin, letztlich gemeinsam kein Geld zu haben. Esa und Nasa haben am Mittwoch genau das getan und beschlossen, künftig zusammen zum Roten Planeten zu fliegen.
Verfasst von Alexander Stirn 

