Es gibt noch mehr Eis, Baby!

Kaum da, schon wieder weg: Von Meteoriten freigelegtes (und alsbald sublimiertes) Eis auf dem Mars. (Foto: Nasa/JPL)

Kaum da, schon wieder weg: Von Meteoriten freigelegtes (und alsbald sublimiertes) Eis auf dem Mars. (Foto: Nasa/JPL)

Nachdem die Raumsonde Phoenix vor gut einem Jahr beim Buddeln im Marssand Eisbrocken gefunden hatte, war klar: In der Polarregion des Roten Planeten ist bereits wenige Zentimeter unter der Oberfläche mit gefrorenem Wasser zu rechnen. Jetzt wollen Nasa-Forscher auch in deutlich gemäßigteren Breiten auf Eisvorkommen gestoßen sein. Hilfe beim Graben bekamen sie dabei aus dem All: von Meteoriten.

Acht Meter groß ist der schwarze Krater, den der Mars Reconnaissance Orbiter im November 2008 aufgenommen hat. Das Eis ist pberall verstreut. (Foto: Nasa/JPL-Caltech/University of Arizona)

Acht Meter groß ist der schwarze Krater in der Bildmitte. Das Eis ist ringsum verstreut. (Foto: Nasa/JPL-Caltech/University of Arizona)

Gleich fünf Einschlagskrater, an deren Rändern sich eine verräterische Substanz angesammelt hatte, konnte der Mars Reconnaissance Orbiter der US-Raumfahrtbehörde Nasa im vergangenen Jahr ausfindig machen. Bei einer der fünf Kollisionen wurde so viel weißes Zeug freigelegt, dass das Spektrometer an Bord der Sonde den Fingerabdruck der Substanz bestimmen konnte. Es war die spektrale Signatur von Wassereis.

Seit die Phoenix-Landesonde, die nahe des 68. Breitengrades nach Eis gegraben hatte, im vergangenen Sommer fündig geworden war, bestanden kaum mehr Zweifel, dass unter der roten Mars-Oberfläche Eis schlummert – zumindest in der Polarregion. Die neuen Funde liegen aber, wie die Forscher im Fachblatt Science berichten, deutlich näher am Äquator: Die fünf Krater befinden sich zwischen 43 und 55 Grad nördlicher Breite.

Nicht einmal besonders weit mussten sich die Meteoriten in den Marsboden graben: Den Forschern zufolge sind die Krater zwischen 42 Zentimeter und knapp zweieinhalb Meter tief; Modellen zufolge beginnt die Eisschicht bereits in 24 Zentimetern Tiefe. Sollte das zutreffen, hätte fast schon die Viking 2-Sonde der Nasa, die im September 1975 ganz in der Nähe aufgesetzt hatte, das Eis entdeckt: Viking buddelte damals etwa 15 Zentimeter tief im Marsboden, es fehlte nur noch eine Handbreit bis zum Sensationsfund.

Die Lage der eisigen Einschlagskrater auf dem Mars. "VL2" steht für die Landestelle von "Viking-2." (Karte: Shane Byrne/Science)

Die Lage der eisigen Einschlagskrater auf dem Mars. "VL2" steht für die Landestelle von "Viking-2." (Karte: Shane Byrne/Science)


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2 Antworten zu Es gibt noch mehr Eis, Baby!

  1. [...] of Arizona und NASA Press Releases und Artikel von Scientific American, Cosmic Log und Alles was fliegt (dass Viking 2 nur knapp die Eisentdeckung verpasste, wusste man allerdings schon seit den [...]

  2. Stefan sagt:

    Scheint heute der Tag des Wassers zu sein ;-) http://lichtecho.blogspot.com/2009/09/der-mond-ist-feucht.html

    Jedenfalls frage ich mich, wenn Eis auf dem Mars mittels Meteoriten so relativ leicht zu entdecken ist, ob dann die Meteoriten nicht allmählich das Eis vom Mars erodieren. Wenn das Eis sublimiert, ist das Wasser ja dem UV-Bombardement der Sonne ausgesetzt und wird zerstört.

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