Habemus Astronautes!

Die sechs angehenden Esa-Astronauten des 2009er Jahrgangs. Foto: Esa/S. Corvaja

Die sechs angehenden Esa-Astronauten des 2009er Jahrgangs. Foto: Esa/S. Corvaja

Europa hat sechs neue Astronauten. Okay, genauer gesagt, hat das europäische Astronautenkorps sechs neue Mitglieder – schließlich kann niemand genau sagen, wann, wie und ob die sechs Astronauten-Azubis jemals fliegen werden.

Trotzdem ein paar Eindrücke zur Auswahl:

  • Nur eine Frau. Falls die Sechs – wie Esa-Chef Jean-Jacques Dordain fast gebetsmühlenartig erzählt – wirklich nur wegen ihres Könnens ausgewählt worden wären, hätte die Esa ein ziemliches Problem mit ihren Auswahltests und deren Geschlechtsneutralität. Aber ganz egal, was die Gründe waren: Eine Frau ist zu wenig, nicht zuletzt vor dem Hintergrund, dass die Esa zuvor mit der Belgierin Marianne Merchez nur ein einziges Mal eine Astronautin ausgewählt hatte, die noch dazu nie ins All geflogen ist und auf der offiziellen Liste ehemaliger Astronauten gar nicht erst auftaucht (Claudie Haigneré war offiziell bereits französische CNES-Astronautin bevor sie zur Esa stieß).
  • Nur ein Wissenschaftler. Ständig sprechen Raumfahrtmanager davon, wie wichtig die Internationale Raumstation für die Forschung ist und welch große Bedeutung menschliche (und nicht robotische) Forscher dabei spielen. Trotzdem ist unter den Auserwählten nur ein Geophysiker, dafür aber vier (Test-)Piloten. Wobei: Knöpfe drücken und Kanister in Experimentiergeräte schieben – die „wissenschaftliche“ Hauptaufgabe an Bord der Station – können die wahrscheinlich auch.
  • Ein typischer Esa-Proporz. Man nehme: einen Vertreter aus Frankreich, dem Esa-Kernland. Dazu einen Vertreter aus Deutschland, dem größten Zahler im bemannten ISS-Programm. Natürlich zwei Italiener, die mal wieder eine Sonderabmachung mit der Nasa über eigene Startplätze haben, ihre künftigen Astronauten aber auch irgendwie ausbilden müssen. Und dann noch einen Vertreter aus einem kleinen Land – offenbar war dieses Mal Dänemark dran. Und wieder sind alle glücklich. Ach ja, ich vergaß: Die Sechs wurden natürlich nur wegen ihrer Leistung und nicht wegen ihrer Nationalität ausgewählt…
  • Ein Brite. Nach den Diskussionen der vergangenen Monate nicht unbedingt eine Überraschung, aber ein klares Signal: Großbritannien hat sich bislang standhaft geweigert, am bemannten Programm der Esa teilzunehmen; stattdessen steckt es viel Geld (nicht immer mit Erfolg) in robotische Missionen. Die Botschaft dürfte klar sein: Wenn nun offiziell ein Brite im Astronautenkorps ist, soll sich dessen Regierung gefälligst auch an der bemannten Raumfahrt beteiligen. Und wenn nicht? Dann wird Mr. Peake eben keine Mission zugeteilt. Ist zwar blöd, jemanden für viel Geld auszubilden und dann nicht zu beschäftigen – aber Verlage machen das mit ihren nicht übernommenen Volontären ja ganz ähnlich…

Eine Antwort zu Habemus Astronautes!

  1. […] neuen Esa-Astronauten, zu denen auch ein Deutscher gehört, sind Thema bei Alles was fliegt, Cassini & Co., Go for Launch, Lichtecho, Skyweek Zwei Punkt Null. […]

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