Mond-Splitter (III): Kulinarischer Kosmos

Typischer Essenspack während einer "Apollo"-Mission. (Foto: Nasa)

Typischer Essenspack während einer "Apollo"-Mission. (Foto: Nasa)

Was machen zwei abenteuerlustige junge Männer, nachdem sie als erste Menschen auf einem fernen Himmelskörper gelandet sind? Sie schlagen sich den Bauch voll und legen sich dann aufs Ohr. Zumindest sah das der Flugplan für Apollo 11 vor: Gut zwei Stunden nach der Landung, nachdem alle Systeme gesichert und die Fähre überprüft worden war, stand Essen auf dem Plan, dann vier Stunden Ruhe und noch einmal ein Stündchen Essen. So genau nahmen es Armstrong und Aldrin dann aber doch nicht.

Am kulinarischen Angebot kann das eigentlich nicht gelegen haben: Für jeden der beiden Astronauten hatte die Nasa vier Essenportionen (bestehend aus zweimal „Meal A“ und zweimal „Meal B“) eingepackt, darunter Speck und Rindereintopf, Hühnercremesuppe und Dattelkuchen. Außerdem gab es an Bord eine Snackbar mit Truthahn und Brot, Süßigkeiten und Wurstsalat (aus der Tube).

Ventil öffen, Wasser einfüllen, kneten, aufreißen und genießen: Die Apollo-Küche. (Foto: Nasa)

Ventil öffen, Wasser einfüllen, kneten, aufreißen und genießen: Die Apollo-Küche. (Foto: Nasa)

Die Mahlzeiten wurden in unterschiedlichen Portionen serviert: als haltbar gemachte Fertiggerichte in Aluschalen, als verzehrfertige Happen im Plastikbeutel (die zusammen mit dem Speichel wieder ihre bekannte Konsistenz erhalten sollten) und als gefriergetrocknete Tütennahrung. Letztere enthielt nur noch zwei Prozent Wasser (was Gewicht sparte und die Mahlzeiten länger haltbar machte), musste über ein Ventil mit Flüssigkeit gefüllt werden, wurde dann drei Minuten durchgeknetet, aufgerissen und herausgelöffelt.

Das größte Problem: An Bord der Mondlandefähre gab es (anders als im Kommandomodul) kein heißes Wasser. Und so mussten sich Armstrong und Aldrin mit kalter Suppe, kaltem Eintopf und kaltem Kaffee zufriedengeben. Alles natürlich streng nach Plan.

Die geplante vierstündige Ruhephase haben die Beiden – im Gegensatz zum Essen – dann allerdings doch gestrichen. Aber mit vollem Bauch schläft es sich eh nicht sonderlich gut.

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2 Antworten zu Mond-Splitter (III): Kulinarischer Kosmos

  1. Stefan sagt:

    Das mit der vierstündigen Ruhephase fand ich schon immer eine komische Idee. Wenn man mit der Fähre erstmal auf dem Mond steht, ist man doch so euphorisch, dass man gar nicht schlafen kann, egal ob mit vollem oder leeren Bauch.

    • Alexander Stirn sagt:

      Stimmt, zumal Schlaftabletten auch keine Lösung gewesen wären. Man stelle sich vor, die Beiden hätten ihren großen Auftritt verpennt ;-)
      Aber ich hatte mal irgendwo gelesen (keine Ahnung, ob das stimmt), dass die vier Stunden ursprünglich vor allem dazu gedacht waren, dass sich die Astronauten an die deutlich reduzierte Schwerkraft auf dem Mond gewöhnen können.

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