Blog-Teleskop #31

Willkommen bei der 31. Ausgabe des Blog-Teleskops, des zweiwöchentlichen Blicks in die deutschsprachigen Astronomieblogs. Heute ist es auf den Tag genau 40,016 Jahre her, dass erstmals ein Mensch auf einem anderen Himmelskörper gelandet ist. Womit klar wäre, welches Thema die Wissenschafts-Blogs (und nicht nur die) in den vergangenen 14 Tagen dominiert hat: Neil Armstrongs kleiner aber feiner Schritt auf dem Mond.

  • Während Michael Khan bei „Go for Launch“ in einem sehr lesenswerten Artikel der Frage nachgeht, was die Menschheit von Apollo hatte (und noch immer hat), bemüht sich Jürgen vom Scheidt im „Labyrinth“-Blog um eine historische Einordnung. Ali Arbia geht bei „zoon politikon“ derweil der Frage nach, wem der Mond eigentlich gehört. Und Gunnar Ries hat bei „Amphibol“ noch einmal die besten Videos des Starts zusammengestellt.
  • Das Jubiläum hat auch neuen Schwung in die alte Debatte über Sinn und Unsinn der bemannten Raumfahrt gebracht. Kontrovers diskutiert wird im „Astrodicticum Simplex“ von Florian Freistetter (und das gleich doppelt), bei Christian Reinboth und seinem „Frischen Wind„, bei „Kritisch gedacht“ von Ulrich Berger und auch im Blog von Till Westermayer, dem Sprecher der Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Wissenschafts-, Hochschul- und Technologiepolitik der Grünen.
  • Einen Blick nach vorne wagt noch einmal Florian Freistetter, der (wie so viele ;-) Visionen für die bemannte Raumfahrt vermisst.
  • Fernab der Technik zeigt Ludmila Carone bei „Hinterm Mond gleich links“, wie die Mondlandung Kunst und Kultur geprägt hat, Stefan Taube vom „Lichtecho“ fragt sich, was aus Apollos Kindern geworden ist, und Jörg Friedrich zeigt, dass sich sogar Philosophen wie Martin Heidegger eine Meinung zur Mondlandung nicht verkneifen konnten.
  • Pünktlich zum Jubiläum der Mondlandung hat die Nasa erste Fotos ihres neuen Lunar Reconnaissance Orbiters
    (LRO) vorgestellt, und die zeigen – natürlich – die Landestellen der Apollo-Missionen. Stephan Fichtner hat die Bilder „Zwischen Himmel und Erde“ zusammengestellt.
  • Vor lauter Mond ist die Sonne in den vergangenen Tagen fast untergegangen – respektive ihre Finsternis, die von China aus zu sehen war. Oder auch nicht: Stephan Fichtner zeigt wie schlecht die Wettervorhersagen waren und wie unterschiedlich sich das auf die Beobachtungen ausgewirkt hat (interessant auch die in den dortigen Kommentaren verlinkten Videos). Bilder und Vor-Ort-Berichte von der Finsternis selbst kommen in den deutschen Blogs nur langsam an (schließlich muss das alles zunächst von fleißigen chinesischen Internetüberwachern gelesen werden ;-). Wer möchte, kann so lange bei „Astronomers do it at Night“ nachlesen, wie sich Carolin Liefke auf die Eeise nach China vorbereitet hat und was das Geheimnis von Kiste 128 ist. Im Forum von Astronomie.de findet sich ein ausführlicher Reisebericht von Stefan Ueberschaer. Florian Freistetter hat Bilder und Videos zusammengestellt. Und bei Flickr gibt es jede Menge Fotos.
  • Dass die Zukunft der (bemannten) Raumfahrt möglicherweise in privaten Händen liegt, zeigt ein weiterer erfolgreicher Flug der Falcon 1 von SpaceX. Stefan Taube zeigt beim „Lichtecho“ das Video vom Start.
  • Das Gran Telescopio Canarias, mit einem Spiegeldurchmesser von 10,4 Metern das weltgrößte Spiegelteleskop, ist diese Woche offiziell eingeweiht worden. Jan Hattenbach geht bei „Himmelslichter“ der Frage nach, warum das Teleskop (wie vielfach behauptet) ausgerechnet einen Teller Linsen auf dem Mond erkennen soll.
  • Durch den angedockten Shuttle erstrahlt die ISS derzeit besonders hell am Nachthimmel. Frank Leiter hat das orbitale Duo fotografiert und zeigt die Bilder bei „Asterythms„.
  • Chandra, das immer etwas im Schatten der Öffentlichkeit stehende Röntgenteleskop, hat Geburtstag, und die Nasa hat extra eine Jubiläumsaufnahme veröffentlicht. „Solscape“ zeigt das Bild der Kleinen Magellanschen Wolke und offeriert auch einen Link zur offiziellen Geburtstagsseite.
  • Aus der humoristischen Ecke: Florian Freistetter zeigt bei „Astrodicticum Simplex„, was das Komiker-Duo Penn & Teller zum angeblichen Weltuntergang am 21.12.2012 zu sagen hat und wie weit es Primaten gebracht haben (übrigens eine gute Möglichkeit, sich – wie die Kommentare dazu zeigen – ein paar Kreationisten einzufangen). Jörg Rings offenbart bei „Diax’s Rake“, was Plutos Degradierung wirklich zu bedeuten hat.
  • Für die Freunde bewegter Bilder: Ludmila Carone von „Hinterm Mond gleich links“ präsentiert beeindruckende 3-D-Animationen, die aus Bildern von Hubble entstanden sind, und Jörg Rings hat bei „Diax’s Rake“ Carl Sagans letztes Fernsehinterview.
  • Und wer dieser ganzen Bits und Bytes überdrüssig ist, für den gibt es auch noch ein paar Buchempfehlungen (oder Warnungen): Stefan Taube vom „Lichtecho“ ist von Gerhard Hertenbergers Buch „Aufbruch in den Weltraum“ nur mäßig begeistert, empfiehlt Lee Smolins „Die Zukunft der Physik“ und hat einen ganzen Reigen von Büchern und DVDs zu Apollo zusammengestellt. Florian Freistetter findet Marcia Batusiaks „The Day we found the Universe“ äußert spannend und interessant.

Alte und bestimmt auch ganz viele zukünftige Blog-Teleskope gibt es direkt bei „Astrodicticum Simplex„. Viel Spaß!

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