2009: Weniger Unglücke, mehr Unsicherheit

4. Januar 2010
Was von Flug AF447 übrig blieb: In einem Hanger in Toulouse sind die Fundstücke ausgelegt - dort, wo sie bei einer intakten Maschine auch anzutreffen wären. (Foto: BEA)

Was von Flug AF447 übrig blieb: In einem Hanger in Toulouse sind die Fundstücke ausgelegt - an den Stellen, an denen sie bei einer intakten Maschine auch anzutreffen wären. (Foto: BEA)

Wer ans Luftfahrtjahr 2009 zurückdenkt, denkt zwangläufig an ein schwarzes Jahr für die Passagierfliegerei. Da war der Absturz von Turkish Airlines Flug 1951 beim Landeanflug auf Amsterdam. Da war das Verschwinden von Air France Flug 447 über dem Atlantik. Da war wenige Wochen später der Absturz von Yemenia Flug 626 vor den Komoren. Und da war – zumindest vom Gefühl – noch viel, viel mehr. Die Statistik zeichnet allerdings ein ganz anderes Bild.

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Aber meiner ist feuchter

18. November 2009
Im Cabeus-Krater auf dem Mond will die Nasa "signifikante Mengen" an Wassereis gefunden haben. (Foto: Nasa/GSFC/Arizona State University)

Im Cabeus-Krater auf dem Mond will die Nasa "signifikante" Mengen an Wassereis gefunden haben. (Foto: Nasa/GSFC/ASU)

Wenn das Geld knapp wird und die Zukunft ungewiss, beginnen für gewöhnlich die Verteilungskämpfe. In der amerikanischen Raumfahrt, über deren Ausrichtung Präsident Obama in den nächsten Monaten entscheiden will, ist das nicht anders. Derzeit dürfte die Variante einer Vision in Führung liegen, die sich flexible path nennt, und sie ist immerhin so flexibel, dass sie um Mars und Mond einen mehr oder weniger weiten Bogen machen wird. Höchste Zeit für die Freunde der beiden Himmelskörper, sich in Stellung bringen. Wie das aussieht, kann man derzeit in den USA sehen.

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Hat die Nasa bei „Lcross“ versagt?

9. Oktober 2009
Auf Kollisionskurs: Die Aussicht von "Lcross" eine gute halbe Stunde vor dem Einschlag auf dem Mond. (Foto: Nasa)

Auf Kollisionskurs: Die Aussicht von "Lcross" eine gute halbe Stunde vor dem Einschlag auf dem Mond. (Foto: Nasa)

Irgendwas muss bei der Nasa gehörig schief gelaufen sein – und sei es in der Kommunikation: Eine Staubwolke, die sich „etwa zehn Kilometer über die Mondoberfläche erheben wird“, hatte man der Öffentlichkeit zum Abschluss der Lcross-Mission versprochen. Amateurastronomen wurden aufgefordert, den lange geplanten Einschlag einer ausgebrannten Oberstufe mit ihren Teleskopen zu verfolgen. Star Partys und öffentliche Übertragungen auf Großleinwänden wurden organisiert, das Ereignis war live im landesweiten Fernsehen zu sehen.

Und was gab es zu sehen? Nichts.

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Immer dieser Airbus

30. Juni 2009
Unglücks-Berichterstattung (Screenshot: Google News)

Aktuelle Absturz-Berichterstattung, zufällig ausgewählt (Screenshot: Google News)

Warum ist es für deutschsprachige Medien eigentlich so immens wichtig, nach einem Flugzeugabsturz den Hersteller der Unglücksmaschine in den Vordergrund zu stellen? „Airbus abgestürzt“, heißt es da. Oder – wie nach dem Verschwinden einer Maschine von Yemenia vor den Komoren – unheilsvoll: „Wieder Airbus abgestürzt“. Schon wieder? Kunststück: Da sich (wenn man die kleineren Hersteller einmal außen vor lässt) zwei Flugzeugbauer den Markt der großen Passagierjets teilen teilen, liegt die Wahrscheinlichkeit, dass an zwei schweren aufeinanderfolgenden Unglücken derselbe Hersteller beteiligt ist, bei fast 50 Prozent.

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Der Mann im Mars

15. Juni 2009

Aufnahme der Panorama-Kamera des Rovers "Spirit" an Sol 1526 (Foto: Nasa/JPL)Gruselig, nicht? Da liegt doch glatt ein menschlicher Schädel auf dem Mars. Wie? Sie sehen nichts? Na dann strengen Sie sich gefälligst mal an.

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Blitz-Diagnose

5. Juni 2009
Blitzeinschlag in ein Flugzeug auf den Seiten des amerikanischen National Weather Service. (Foto: NWS/NOAA, Z. Kawasaki/Osaka University - via Cosmic Log)

Blitzeinschlag in ein Flugzeug auf den Seiten des amerikanischen National Weather Service. (Foto: NWS/NOAA, Z. Kawasaki/Osaka University - via Cosmic Log)

Ein Airline-Chef sollte eigentlich wissen, dass die erste, scheinbar naheliegendste Erklärung eines Flugzeugabsturzes meist ziemlich weit von der Realität entfernt ist und dass in der Regel erst eine unglückliche Verkettung vieler unterschiedlicher Umstände zum Absturz eines modernen Passagierjets führt. Umso erstaunlicher ist es, dass Air-France-Chef Pierre-Henri Gourgeon bereits wenige Stunden nach dem offiziellen Verschwinden von Flug AF447 einen Blitzschlag ins Spiel brachte und wenig später von seinem Sprecher als „wahrscheinlichste“ Unfallursache bestätigen ließ. Oder auch nicht: Immerhin gelang es Gourgeon so, seine Fluglinie für einige Zeit aus der Schusslinie zu nehmen – solange, bis Journalisten begannen nachzufragen.

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Ein Bild von einem Held

28. Mai 2009
Gern gesehen: Charles Boldens offizielles Astronautenfoto aus dem Jahr 1990. (Foto: Nasa)

Gern gesehen: Charles Boldens offizielles Astronautenfoto aus dem Jahr 1990. (Foto: Nasa)

Wenn in den USA ein neuer Minister ernannt wird, ein CIA-Chef oder ein Verfassungsrichter, würden die deutschen Medien wie selbstverständlich ein 19 Jahre altes Foto von dem Mann zeigen? Und warum machen sie es dann beim designierten Nasa-Administrator?

Als Barack Obama vergangenen Samstag Charles Bolden zum künftigen Nasa-Chef erkor (was nach den Spekulationen der Tage und Wochen zuvor alles andere als überraschend kam), zeigten die deutschen Online-Medien den Neuen durch die Bank im schnieken Nasa-Overall – ohne zu erwähnen, dass das Archivbild bereits 1990 entstand, kurz vor Boldens zweiter Shuttle-Mission STS-31.

Warum? Bequemlichkeit? Gedankenlosigkeit? Oder das schmucke, immer wieder gern gesehene Astronauten-Outfit? Ein Held, inklusive Sternenbanner im Hintergrund?

An mangelnden Alternativen kann es nicht wirklich gelegen haben. Zwar gibt es nicht viele aktuelle Bilder von Bolden (obwohl seine Nominierung absehbar war, aber das hatten wir ja schon), bei Getty finden sich aber durchaus einige Aufnahmen – zum Beispiel von einem China-Besuch im Jahr 2005. Dass die durchaus zu finden – und auch zu nutzen – sind, beweist unter anderem der Online-Auftritt vom Time Magazine