2009: Weniger Unglücke, mehr Unsicherheit

4. Januar 2010
Was von Flug AF447 übrig blieb: In einem Hanger in Toulouse sind die Fundstücke ausgelegt - dort, wo sie bei einer intakten Maschine auch anzutreffen wären. (Foto: BEA)

Was von Flug AF447 übrig blieb: In einem Hanger in Toulouse sind die Fundstücke ausgelegt - an den Stellen, an denen sie bei einer intakten Maschine auch anzutreffen wären. (Foto: BEA)

Wer ans Luftfahrtjahr 2009 zurückdenkt, denkt zwangläufig an ein schwarzes Jahr für die Passagierfliegerei. Da war der Absturz von Turkish Airlines Flug 1951 beim Landeanflug auf Amsterdam. Da war das Verschwinden von Air France Flug 447 über dem Atlantik. Da war wenige Wochen später der Absturz von Yemenia Flug 626 vor den Komoren. Und da war – zumindest vom Gefühl – noch viel, viel mehr. Die Statistik zeichnet allerdings ein ganz anderes Bild.

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Flieg‘ nicht so laut, mein kleiner Freund

8. Juli 2009
Antares fliegt: Unter dem linken Flügel sitzt die Brennstoffzelle, unter dem rechten ein Tank für bis zu 4,9 Kilogramm Wasserstoff. (Foto: DLR)

Antares fliegt: Unter dem linken Flügel sitzt die Brennstoffzelle, unter dem rechten ein Tank für bis zu 4,9 Kilogramm Wasserstoff. (Foto: DLR)

Während die Brennstoffzelle im Auto ziemlich tot ist (Akkus und Hybride stehen dort gerade hoch im Kurs), könnte ihr ausgerechnet im Flugzeug die Zukunft gehören: Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat heute in Hamburg seinen ersten Flieger vorgestellt, der sich allein mit der Kraft einer Brennstoffzelle in die Lüfte erhebt – und auch dort bleibt. Antares DLR-H2, wie der Motorsegler mit vollem Namen heißt, lässt dabei Sauerstoff aus der Luft elektrochemisch mit reinem Wasserstoff reagieren, den er in einem Tank unter seinem Flügel mit sich herum trägt. Dabei kann er eine Leistung von bis zu 25 Kilowatt (oder 34 PS) erzeugen.

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Geradewegs ins Unglück

3. Juli 2009
Die rekonstruierte Flugroute von AF447. Der rote Kreis stellt die Radarabdeckung dar. (Quelle: BEA)

Die rekonstruierte Flugroute von AF447. Der rote Kreis stellt die Radarabdeckung dar. (Quelle: BEA)

Gut einen Monat nach dem Absturz des Air-France-Flugs AF447 von Rio de Janeiro nach Paris hat die französische Untersuchungsbehörde BEA (die in voller Pracht „Bureau d’Enquêtes et d’Analyses
pour la sécurité de l’aviation civile“ heißt) einen ersten, vorläufigen Untersuchungsbericht vorgestellt. Er liefert – wie zu erwarten war – wenig Konkretes und hält sich mit Schlussfolgerungen sehr zurück. Umso interessanter sind daher die im Bericht enthaltenen Schilderungen von Piloten, die kurz vor oder nach AF447 dieselbe Region durchflogen.

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Immer dieser Airbus

30. Juni 2009
Unglücks-Berichterstattung (Screenshot: Google News)

Aktuelle Absturz-Berichterstattung, zufällig ausgewählt (Screenshot: Google News)

Warum ist es für deutschsprachige Medien eigentlich so immens wichtig, nach einem Flugzeugabsturz den Hersteller der Unglücksmaschine in den Vordergrund zu stellen? „Airbus abgestürzt“, heißt es da. Oder – wie nach dem Verschwinden einer Maschine von Yemenia vor den Komoren – unheilsvoll: „Wieder Airbus abgestürzt“. Schon wieder? Kunststück: Da sich (wenn man die kleineren Hersteller einmal außen vor lässt) zwei Flugzeugbauer den Markt der großen Passagierjets teilen teilen, liegt die Wahrscheinlichkeit, dass an zwei schweren aufeinanderfolgenden Unglücken derselbe Hersteller beteiligt ist, bei fast 50 Prozent.

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Blitz-Diagnose

5. Juni 2009
Blitzeinschlag in ein Flugzeug auf den Seiten des amerikanischen National Weather Service. (Foto: NWS/NOAA, Z. Kawasaki/Osaka University - via Cosmic Log)

Blitzeinschlag in ein Flugzeug auf den Seiten des amerikanischen National Weather Service. (Foto: NWS/NOAA, Z. Kawasaki/Osaka University - via Cosmic Log)

Ein Airline-Chef sollte eigentlich wissen, dass die erste, scheinbar naheliegendste Erklärung eines Flugzeugabsturzes meist ziemlich weit von der Realität entfernt ist und dass in der Regel erst eine unglückliche Verkettung vieler unterschiedlicher Umstände zum Absturz eines modernen Passagierjets führt. Umso erstaunlicher ist es, dass Air-France-Chef Pierre-Henri Gourgeon bereits wenige Stunden nach dem offiziellen Verschwinden von Flug AF447 einen Blitzschlag ins Spiel brachte und wenig später von seinem Sprecher als „wahrscheinlichste“ Unfallursache bestätigen ließ. Oder auch nicht: Immerhin gelang es Gourgeon so, seine Fluglinie für einige Zeit aus der Schusslinie zu nehmen – solange, bis Journalisten begannen nachzufragen.

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